Vorsorgende Rechtsberatung

Vorsorgende und gestaltende Rechtsberatung

Der Anwalt, der mit seinem flammenden Plädoyer den bereits verloren geglaubten Fall noch aus dem Feuer reißt, ist eine beliebte Figur in Film und Fernsehen. Auch wir erleben gerne solche Sternstunden, doch der Alltag ist davon zumeist weit entfernt, da die Weichen für eine erfolgreiche Rechtsvertretung in vielen Fällen viel früher gestellt sind. Nicht nur gesetzliche Regelungen, sondern vor allen Dingen auch vertragliche Vereinbarungen sind für Ihre Rechtsposition von entscheidender Bedeutung. Dies wird leider oft übersehen und es wird deshalb oft an der falschen Stelle gespart.

Einige Beispiele:

  • Wer sich eine Existenz aufbauen will und dafür einen langfristigen Mietvertrag benötigt, sollte diesen nicht für wenige Euro im Schreibwarenladen erwerben.
  • Wer sich mit einer Eigentumswohnung oder einem Einfamilienhaus einen dauernden Wohnsitz schaffen will, sollte sich – gerade bei Eigentumswohnungen – die vielfältigen vertraglichen Vereinbarungen und damit auch Beschränkungen vor dem Kauf erklären lassen, damit er weiß, worauf er sich einlässt.
  • Das ab 01.01.2008 geltende neue Unterhaltsrecht legt es im Gegensatz zu der Rechtslage vor dem 31.12.2007 nahe, sich anlässlich einer Eheschließung und danach verstärkt Gedanken über einen Ehevertrag zu machen. Vor allem bei gemeinsamen Kindern kann der Ehevertrag für den schwächeren Teil, das sind in der Realität zumeist die Frauen, Ansprüche sichern, die gesetzlich nicht – zumindest nicht ohne umfangreiche und teure Auseinandersetzungen – durchsetzbar sind.
  • Eine nichteheliche Lebensgemeinschaft, die größere gemeinsame Investitionen tätigt, sollte u.a. wissen, welche Konsequenzen eine Trennung hat. Dies kann ohne Regelungen zu eine bösem Erwachen auch in wirtschaftlicher Hinsicht führen.
  • Diese Beispiele ließen sich fortsetzen mit Gesellschaftsverträgen, Erbregelungen, Regelungen in Wohngemeinschaften, usw.

In diesem Zusammenhang hören wir am häufigsten: „Wir vertrauen uns, bei uns zählt noch das Wort/der Handschlag, schriftliche Vereinbarungen dokumentieren Misstrauen.“ Das ist falsch. Klare und eindeutige, d. h. im Regelfall schriftliche Vereinbarungen, werden nicht für die sonnigen Zeiten gemacht, in denen die Vertragspartner sich gut verstehen. In solchen Zeiten kann jede Regelung auch wieder geändert werden. Es geht um die eher trüben Zeiten, in denen gestritten wird. Dann müssen die Vereinbarungen im Idealfall so präzise sein, dass sie (juristischen) Streit vermeiden helfen. In guten Zeiten lassen sich ohne Zweifel bessere Regelungen für Konfliktsituationen finden, als wenn der Konflikt bereits ausgebrochen ist.

Wir sehen es als einen wichtigen Teil unserer Arbeit an, Sie bei Vertragsabschlüssen zu beraten, Ihnen mögliches – uns aus unserer Tätigkeit bekanntes – Konfliktpotential darzustellen und angemessene Regelungen auf Basis Ihrer Vorschläge zu entwickeln. Natürlich hat diese Tätigkeit ihren Preis. Auch wenn in den meisten der Beispiele nicht mit einer Übernahme durch Rechtsschutzversicherungen gerechnet werden kann, ist unser Honorar im Regelfall immer noch sehr viel kostengünstiger als eine spätere gerichtliche Auseinandersetzung auf Basis mündlicher oder unklarer und umstrittener „selbst gestrickter“ Vereinbarungen.